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KS-Brandschutzservice-Bibliothek

Mithilfe unserer KS-Brandschutzservice-Bibliothek möchten wir Ihnen verschiedene Fragen und Begrifflichkeiten näherbringen.
Bei unseren Telefongesprächen, Ortsterminen und Schulungen bekommen wir häufig dieselben Fragen gestellt. Was uns zeigt, dass hier Aufklärungsbedarf besteht. Insbesondere die Themen vorbeugender, abwehrender oder baulicher Brandschutz und dessen Facetten sorgen manchmal für Verwirrung.
Wir wünschen viel Spaß beim Wissenstransfer.
 

Fragen

1Wieso benötige ich Brandschutzhelfer?
Die Notwendigkeit von Brandschutzhelfer ist in §10 Arbeitsschutzgesetz, sowie der ASR 2.2 und der DGUV-01 geregelt. Sie haben laut §10 entsprechend der Art der Arbeitsstätte die Maßnahmen zu treffen, die zur Erste, Brandbekämpfung und Evakuierung der Beschäftigten erforderlich sind. (Stand 01.07.2020)
2Was ist ein Brandschutzkonzept und wer erstellt ein BSK?
Die Erstellung eines Brandschutzkonzeptes ist immer dann erforderlich, wenn es sich um ein Gebäude mit besonderer Art & Nutzung handelt (Sonderbau) oder es Abweichungen von baurechtliche Anforderungen geben soll.

Ein Brandschutzkonzept beschreibt, begutachtet und bewertet die bauliche sowie rechtliche Situation eines Gebäudes. Aus verschiedenen Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien ergeben sich unterschiedliche Anforderungen. Die Erstellung erfolgt über einen Brandschutzsachverständigen / Brandschutzgutachter. (Stand 01.06.2020)
3Was ist der Unterschied zwischen vorbeugendem und abwehrendem Brandschutz?
Vorbeugender Brandschutz umfasst alle baulichen, technischen und organisatorischen Maßnahmen, welche die Entstehung und Ausbreitung von Bränden sowie deren Auswirkung verhindern oder einschränken sollen. Der VB lässt sich in drei verschiedene Kategorien einteilen:

1. Kategorie = Baulicher Brandschutz
2. Kategorie = Anlagentechnischer Brandschutz
3. Kategorie = Organisatorischer Brandschutz

Dabei möchten wir darauf hinweisen, dass ein optimaler vorbeugender Brandschutz nur gegeben ist, wenn alle Kategorien berücksichtigt und gleichermaßen gewichtet werden.

Der abwehrende Brandschutz ist Aufgabengebiet der Feuerwehr und tritt erst dann in Kraft, wenn es bereits brennt. Zu diesem zählt nicht nur das Löschen des Brandes, sondern auch die Verhinderung von dessen Begleitschäden.

Kurz zusammengefasst: Der Vorbeugender Brandschutz beschäftigt sich mit dem Thema Brand vor einem Brandereignis. Der abwehrende Brandschutz wiederum beschäftigt sich mit dem Thema Brand während einem Brandereignis. (Stand 01.07.2020)
4Was ist der Unterschied zwischen einem "Aufladelöscher" und einem "Dauerdrucklöscher"?
Aufladelöscher:
Ein Aufladelöscher besteht aus zwei Kartuschen wodurch Löschmittel und Treibgas voneinander getrennt sind. Damit ein Aufladelöscher „funktioniert“ muss durch eine Aktivierung (drücken eines Knopfes) aktiviert werden. Durch die Aktivierung strömt das Treibgas in den Löschmittelbehälter und setzt diesen unter Druck. Nachdem der Feuerlöscher „aufgeladen“ wurde, ist er einsatzbereit.
Dauerdrucklöscher:
Wie der Name es verrät, befindet sich innerhalb des Feuerlöschers keine Trennung zwischen Löschmittel und Treibgas. Der Feuerlöscher ist dauerhaft einsatzbereit und kann nach entfernen eines Sicherungssplints direkt zum Löschen von Entstehungsbränden genutzt werden. (Stand 10.07.2020)
5Welche Brandklassen gibt es?
In der aktuellen Ausgabe der Arbeitsstättenrichtlinie ASR A2.2 „Maßnahme gegen Brände“ Ausgabe Mai/2018 wird nach DIN EN 2:2005-01 „Brandklassen“ in fünf Brandklassen unterschieden. Die Brandklassen sind unterteilt in A, B, C, D und F.
Brandklasse A: Brände von festen Stoffen
Brandklasse B: Brände von flüssigen oder flüssig werdenden Stoffen
Brandklasse C: Brände von Gasen
Brandklasse D: Brände von Metallen
Brandklasse F: Brände von Speisefetten und -ölen. (Stand 10.07.2020)
6Sonderbau - Was ist es und wann handelt es sich um einen Sonderbau?
Ganz gleich, ob es sich um einen geregelten oder ungeregelten Sonderbau handelt, sobald ein Bau, eine Renovierung oder Änderungen geplant sind muss man sich an die gesetzlichen allgemeinen Anforderungen halten. Bei Sonderbauten, also Gebäuden besonderen Art & Nutzung, gibt es eine oder mehrere Abweichungen von den allgemeinen Anforderungen.
Diese Abweichungen müssen durch bauliche Maßnahmen ausgeglichen und werden in einem Brandschutzkonzept erläutert und erklärt werden.

Geregelte Sonderbauten:
Sonderbauten für die Sonderbauverordnungen existieren, werden als geregelte Sonderbauten bezeichnet. In der Sonderbauverordnung werden besondere Anforderungen und Erleichterungen geregelt. In Nordrhein-Westfalen gilt die Landesbauordnung NRW (BauO-NRW). Sofern Sie in NRW eine bauliche Anlage planen oder errichten möchten gilt die BauO-NRW, unabhängig davon, dass es in anderen Bundesländern andere Landesbauordnungen existieren.

Zu den geregelten Sonderbauten gehören unter anderem:
Hochhäuser,
Versammlungsstätten,
Beherbergungsstätten mit mehr als 12 Betten,
Schulen,
Industriebauten, die der Produktion oder Lagerung von Produkten oder Gütern dienen.
In manchen Bundesländern gehören Heime, Krankenhäuser und sonstige Einrichtungen zur Unterbringung oder Pflege von Personen zu den geregelten Sonderbauten.

Ungeregelte Sonderbauten
Bei Sonderbauten, für die keine Sonderbauvorschriften existieren, können die besonderen Anforderungen und Erleichterungen des §50 BauO-NRW bzw. §51 Musterbauordnung (MBO) in Einzelfällen für das jeweilige Bauvorhaben in einem Brandschutzkonzept erörtert werden.

Zu den ungeregelten Sonderbauten zählen unter anderem:
Spielhallen > 150 m² Grundfläche,
bauliche Anlagen mit einer Höhe > 30 m,
Gebäude > 1.600 m² Grundfläche des Geschosses mit der größten Ausdehnung (ausgenommen Wohngebäude),
Verkaufsstätten, deren Verkaufsräume und Ladenstraßen eine Grundfläche von insgesamt > 800 m² aber nicht > 2.000 m² haben,
Schank- und Speisegaststätten > 40 Gastplätzen,
Tageseinrichtungen für Kinder, behinderte und alte Menschen,
Camping- und Wochenendplätze, Freizeit- und Vergnügungsparks. (Stand 12.07.2020)
 

Begrifflichkeiten

1Brandschutzhelfer
Sind die Beschäftigten, die der Arbeitgeber für Aufgaben der Brandbekämpfung bei Entstehungsbränden benannt hat. (Stand 01.07.2020)
2Hilfe zur Selbsthilfe
Hilfe zur Selbsthilfe sind Mittel oder Maßnahmen die Menschen dazu befähigen sich selbst zu helfen oder Hilfe zu leisten. Zum Beispiel ist ein Feuerlöscher ein Mittel zur Selbsthilfe im Brandfall. (Stand 09.07.2020)
3Räumungs- und Evakuierungshelfer
Sind die Beschäftigten, die der Arbeitgeber für Aufgaben Räumung & Evakuierung benannt hat. (Stand 01.07.2020)
4Sachkundige Person
Sachkundige oder befähigte Personen sind zum Beispiel Meister, Ingenieure oder Fachkräfte. Sie sind auf Grund ihrer Ausbildung und fachlich Eignung in der Lage, den arbeitssicheren Zustand eines Arbeitsmittels zu beurteilen. Zudem kennen Sie sich meist mit Vorschriften und anerkannten Regeln der Technik aus. (Stand 01.07.2020)
5Sachverständiger
Sachverständige sind besonders ausgebildete, amtlich anerkannte Sachkundige. Sie haben durch ihre Ausbildung und Erfahrung besondere Kenntnisse auf einem Gebiet und sind mit den Unfallverhütungsvorschriften, Normen etc. vertraut. Sie prüfen Einrichtungen und geben Gutachten ab. Sachverständige sind zum Beispiel Angehörige der Technischen Überwachungs-Vereine. Sachverständige haben die Aufgabe, bestimmte Einrichtungen, technische Geräte und Arbeitsmittel zu bestimmten Zeiten zu prüfen. (Stand 01.07.2020)
6Gefährdungsbeurteilung
Eine Gefährdungsbeurteilung ist eine Analyse von potenziellen Gefahren im Arbeitsalltag. Durch eine Gefährdungsbeurteilung sollen Gefährdungen ermittelt, beurteilt und minimiert werden, damit ein sicheres Arbeiten möglich ist.
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